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Vereinsreise nach Schönenwerd vom 23. April

 

Reisebericht von Margrit Ryffel:
An der GV hat uns Evelyn Jahn „gluschtig“ gemacht auf die Frauenvereinsreise am 23. April ins Paul Gugelmann-Museum nach Schönenwerd.Und nun ist es soweit!

Ein herrlicher Tag und 27 reisefreudige Frauen plus ein Mann stehen erwartungsvoll an der Postautohaltestelle in Aesch. Über Birmensdorf, Zürich geht die Fahrt nach Aarau. Dort gibt es den ersten Zwischenhalt; im Aarauerhof soll die Kaffeepause sein. Aber, oh weh! Evelyn führt uns zielstrebig, - aber falsch. Der Bahnhof wird gerade umgebaut und hat sich in eine Baugrube verwandelt. Ida Aeberhard, unser Mitglied das schon lange in Aarau wohnt, lotst uns durch das Labyrinth des Bahnhofprovisoriums. Glücklich gelandet geniessen wir Kaffee und Gipfeli, alles gesponsert vom Frauenverein. Vielen Dank.

Mit dem Regionalzug sind wir in drei Minuten in Schönenwerd. Diesen Ort verbindet man automatisch mit der Firma Bally und trauert ein bisschen dem verschwundenen Schweizerunternehmen nach. Unser Weg geht direkt vor das schmucke Paul Gugelmann-Museum. Von Herrn Gugelmann und einer freiwilligen Führerin werden wir herzlich begrüsst. In einer kleinen Einführung stellt sich Paul Gugelmann vor. Er hat eine Ausbildung in der Werbeabteilung der Schuhfabrik gemacht und dann in Paris als Schuhdesigner gearbeitet. 1963 entstanden seine ersten Maschinen, allesamt mit Dampf angetrieben. Seit 1995 sind Paul Gugelmanns Arbeiten im Museum (Stiftung) zu sehen.

Vor uns stehen sie nun, die „poetischen Maschinen“. Fein gearbeitet, sehr subtil. Ein Zitat von Paul Gugelmann heisst: Die Maschinen sollen Freude bereiten. Und das tun sie auch. Die Maschinen werden aufgezogen oder mit Pressluft betätigt. Da bewegen sich Zahnräder und Stangen, da bimmelt und bammelt es, da gehen Münder auf und wieder zu und da bewegen sich Menschen wie an Marionettenfäden. Paul Gugelmanns Ideenreichtum ist gigantisch. Die Titel der Maschinen zeigen, dass er sich mit politischen (Im Namen des Herrn 1990), zwischenmenschlichen (Lebensrad, Heuchelei, Adam und Eva) und auch naturwissenschaftlichen (Fortschritt) und philosophischen Themen (Am Anfang war das Ei) befasst und diese umgesetzt hat. Die Maschinen nennt der Künstler „poetische Maschinen“ die zum Lachen, Träumen und Nachdenken anregen. Tatsächlich bringen uns die Bewegungsobjekte zum Schmunzeln und Staunen. Mit einem herzlichen Applaus bedanken wir uns für die Führung. Evelyn beschenkt Paul Gugelmann mit einer Bündner Nusstorte, sie sei schon ein Vorgeschmack zu seinem bevorstehenden 80.Geburtstag.

Langsam regt sich der Hunger oder lockt vielmehr die frühlingshafte Luft? Durch den Kreuzgang der angrenzenden Stiftskirche spazieren wir aus dieser Fantasiewelt wieder in den Dorfkern von Schönenwerd zurück. Beim gemütlichen Mittagessen im Hotel Storchen haben wir Zeit und Musse zu plaudern und das feinen Essen zu geniessen. Als Nachmittagsprogramm gibt es drei Varianten: Einen Spaziergang durch den Bally-Park mit seinen Pfahlbauten, Shopping in den Fashion Fish Outlet-Läden oder ein bisschen Kultur mit einer Führung durch die Stiftskirche.

Beim Eingang der Stiftskirche St. Leodegar empfängt uns der christkatholische Pfarrer. Er zeigt uns die ältesten romanischen Bauten, die auf 1040 zurückgehen. Im Innern der Barockkirche erstaunen uns die stattliche Grösse und der prunkvolle Altar. Niemand weiss so genau, weshalb in dieser ländlichen Gegend ein so grosser Sakralbau geplant wurde. Eventuell war Berta von Burgund die Stifterin.

In der Marienkapelle erklärt uns der Pfarrer eine gemalte Votivtafel. Man sieht eine Feuersbrunst im Dorf und kann sich so vorstellen wie klein Schönenwerd und Gösgen im vorletzten Jahrhundert gewesen waren. Stolz ist die Kirchgemeinde auf ihre Maria. Sie soll derjenigen von Einsiedeln entsprechen, ist aber nicht schwarz sondern mit einer hellen Hautfarbe. Zudem wird das textile Kleid, das die Maria trägt, je nach Fest geändert.

Gerne verlassen wir die kühlen Mauern und erfreuen uns am Sonnenschein. Ein kurzer Besuch meinerseits in der ehemaligen Produktionshalle von Bally stillt den „Gwunder“. Der Raum der Outlet-Läden ist riesig aber fast menschenleer. Die Markengeschäfte haben mich nicht überzeugt oder gar kauflustig gemacht. Na ja, lädele in Zürich ist sicher stimmungsvoller.

Nach 16 Uhr geht es auf die Heimreise. Fünf Viertelstunden später sind wir wieder in Aesch. Frohgelaunt verabschieden wir uns voneinander. Jetzt könnte ich euch berechnen wie oft die Hände geschüttelt worden sind, aber die Mathematik überlasse ich euch. Hier die Formel: Anzahl Personen x (Anzahl Personen – 1) : 2.

Einen herzlichen Dank geht an unsere Reiseleiterin Evelyn Jahn. Sie hat alles bestens organisiert und hat uns sicher geführt. Es war ein froher Tag mit vielen Eindrücken. Er wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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